Fahrplanlos

Endlos endlose Mongolei

- PLOPP –
Frueher als gedacht sitzen wir nun schon wieder hier und brueten den neuen Blog-Artikel aus. Das liegt unter anderem daran, dass unser Kuehler durch die ruppigen Pisten der Mongolei dabei ist sich in seine Bestandteile aufzuloesen. Heisst, Wasserverlust von maximal 1 Liter Wasser pro Tag… Eine Reparatur? Lohnt sich nicht wirklich… Bei Alu ausserdem sehr schwierig. Ein Mongole meinte, die Lecks an den Russischen Waegen stopfen sie einfach mit Papier.. ohje. Neuer Kuehler? Dauert mind. 2 Wochen und kostet vermutlich das 5-fache wie in Europa. Nach langer Ueberlegung werden wir unsere Tour durch die Mongolei weiter fortsetzen wie geplant, ohne eine Reparatur des Kuehlers jedoch bei wesentlich schonender Geschwinigkeit und (leider) ohne haarstraeubende Offroadabenteuer. Wir versuchen das Teil spaeter noch mit Kleber zu stopfen… dann in zwei Wochen in Russland sollten die besseren Strassen nicht zur Verschlimmerung des Leks beitragen. Hoffentlich… we will se.

Bis hierher verlief aber alles Proobleemloos! Es gibt nichts schoeneres als sich ueber hunderte von Kilometern quasi “querfeldein” durch die Landschaft zu schaukeln. Die Strassenverhaeltnisse reichen von guter breiter glatter “Gobipiste”, bei er bis zu 100km/h drin sind, bis zu Rodeogleichen Schlamm-Buckel-Horror-Wegen, an denen man den ganzen Tag nicht mehr als 80 Kilometer zusammenflucht ;)

Nach China gings alleine weiter bis nach Ulan Bataar. Dort mussten wir eine Woche warten, bis all unsere Wartungen am Fahrzeug vollendet waren (Oelwechsel, Bremskolbenwechsel links vorne.. die waren fest). Ausserdem konnte ich die Standheizung, die seit Tibet nur noch qualmt und stinkt, wieder fit kriegen. Zum Glueck.. Abends wird es hier im Norden recht frisch.

 

Mit frischem Oel in der Wanne gings flott in den Sueden in die Wueste Gobi. Die unendliche Weite, Leere und Einsamkeit hier sind unglaublich und unbeschreiblich schoen. Ohne Wind hoert man hier nur sein Hirn brummen. So laut kann Stille sein!

 

Urspruenglich wollten wir uns in den Duenen wieder mit den Franzosen treffen… doch kein Handyempfang weit und breit. Jedoch… wie durch ein Wunder hat Julia-Adlerauge Fred’s LKW-Spuren entdeckt, denen wir einen ganzen Tag ueber 300 Kilometer gefolgt sind. Kaum zu glauben, aber wir haben die Familie kurz vor Daemmerung wieder gefunden. Das war eine Freude!! :) Zusammen haben wir eine schoene Zeit in der Zentralmongolei verbracht.

 

Ohne our sweet Fench Family sind wir weiter in den Norden zum Khoevsgoel Nuur, der groesste Suesswassersee der Welt in der Mongolei (um es in Reisefuehrersprache auszudruecken). Hier wagten wir uns eine der bisher schlammigsten Pisten im Westen des Sees bis zu einer Mineralwasserquelle. Der Rueckweg, einen Tag spaeter, hat uns jedoch fuer ueber 3 Stunden in der Matsche sitzen lassen. …Oh man!! Fast das ganze Rad im Schlamm, Schieflage von 20 Grad, dadurch kein Grip unter den losen Raedern, immer wieder nachfliessenes Wasser, kein Mensch weit und breit… es war zum verzweifeln! Zum “Glueck” hatten wir ja den Hijack dabei… Kinderspiel!! Aber irgendwie waren wir zum Umgang mit diesem Geraet… sagen wir mal zu “unerfahren” oder einfach zu bloed. Er hat sich so zwischen Auto und Dreck verkeilt, dass kein auf und ab mehr moeglich war… AHHH!!! Nach ner Stunde konnten wir die Verklemmung loesen… Aber wie nun das Auto hochbocken um Steine, Holz oder das Sandblech unter den Reifen zu stopfen? Gluecklicher weise kam ein Mongole auf seinem Moped mit seiner Mom des Weges.. faellt mal schnell einen Baum, und durch Einsatz aller 4 Personen konnten wir den Hinterreifen heben um ein Sandblech mit hilfe des Hijacks (ha!! ist doch fuer was gut!) mit purer Gewalt unter die Raeder zu haemmern. Nochmal ein wenig Schlammschaufeln.. und schwupps.. wieder frei!!!! Yeeeaahhh!!!

 

Die naechsten Tage gehts also nun langsam und gemuetlich nach Altai, durchs Altai nach Russland nach Moskow und nach Hause.

Pfiadsui
Bernd u Julia

4 thoughts on “Endlos endlose Mongolei

  1. hi ihr zwei abenteurer :-)

    echt geniale bilder – für das erlebte seit ihr echt zu beneiden.
    die landschaften die ihr da durchquert sehen einfach nur beeindruckend aus.
    und alle pannen super gemeistert – daumen hoch.
    bei dem kühler problem gabs doch mal den kniff mit dem ei ;-)
    soll aber nur bei den old school fahrzeugen super funktionieren…

    dann weiter hin eine gute fahrt – und nix anstellen ;-)

    mfg
    Katja und Thorsten

  2. mhmh…langsam kommt man sich schon blöd vor ;-), wenn man es wieder und wieder sagt: Es sind soooo tolle Bilder! Wieder ein ganz anderes Landschaftsbild, die Farben auch wieder ganz anders…. Kriegt ihr ohne in den blog-gucken alles noch sortiert, wo ihr wann gewesen seid;-)? Und Julia hat pfadfinderische Fähigkeiten entwickelt, sowas:-)!
    jetzt drück ich die Daumen, dass der Kühler einfach seinen Job macht und gute Weiterreise – ich freu mich wie blöd auf euch!!!
    liebe grüße
    m

  3. Liebe Julia, Deine Karte – sie kam gestern nach 17 Tagen hier an, wie schön, danke! Wunderbar, dass Du an uns denkst! Weiterhin Gut Pfad (Pfadfindergruß) Rebekka und Florina

  4. Hey Ihr beiden,

    stehen nach 80 Tagen China auch endlich in Erenhot, kriegen unsere Pässe schätzungsweise in 2h, dann geht es ab in die Mongolei :)

    Habt ihr was von Horst und Renate gehört?

    Sehen werden wir uns wohl nicht mehr, aber vielleicht ja mal in Deutschland…

    Für den Kühler kauft Euch “bar leaks” oder ähnliches Kühlerdicht an irgendeiner Tankstelle… nicht weiter Wild. Wenn man es nicht schweißen kann, hilft Epoxy auch Wunder, gab es in China an jeder Ecke – vielleicht findet ihr soetwas irgendwo.

    Viel Spaß,

    .martin+sarah (Shigatse…. ihr erinnert Euch… :))

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